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It's fucking political

Wenig arbeiten ...

...bedeutet grad: wenig bloggen.
Danke für die Geduld.
17.10.07 23:48


Der Mob ist überall

Ich bin neulich unverhofft und völlig widerwillig in ein politisches Gespräch mit einem Senioren hineingeraten, und hab mit nur durch "Nicken und Schweigen" wieder aus diesem retten können.

Ich: Ach, sie haben ihr ganzes Leben in Pankow verbracht.
Er: Ja, meine Familie auch. Meine Enkelin ist vor ein paar Jahren hinten nach Heinersdorf gezogen.
Ich: [Schluck]
Er: Ja, sie wissen schon. Da wo jetzt diese ... diese Ausländer eine Syna... äh ... na, so ein Gotteshaus hinbauen möchten.
Ich: Oh, ich muss jetzt...
Er: EINE SCHANDE IST DAS. EINE SCHANDE!
Ich verdrück mich aus seinem Zimmer, im Wissen, dass er das Thema in wenigen Minuten wieder vergessen hat.

Das ist das positive an dem Job. Nicht-senile Heinersdorfer vergessen leider nicht so schnell.
1.11.06 02:36


Blau machen

Nichts stört mich mehr an diesem Beruf, als das frühe Aufstehen. Dafür bin ich echt nicht geboren. Da kommt einem morgens öfter mal der Gedanke, einfach liegen zu bleiben, auf Station anzurufen und zu sagen, dass man toootkrank ist.
Noch schlimmer ists, wenn am Wochenende tolle Parties sind, und die Freunde sagen: "Na, dann mach doch einfach mal blau!".
Ich habe schon viel darüber nachgedacht, gemacht habe ichs in den seltensten Fällen, d.h. wenns mir wirklich dreckig ging.

Dem liegt folgende Überlegung zugrunde:
Ich arbeite ein einem sozialen Beruf, d.h. ich trage in gewissem Maße Sorge für andere Menschen. Wenn ich also frei mache fällt das im Endeffeckt auf die Leute zurück, die ich pflege.
Würde ich bei Obi arbeiten oder bei McDonalds, dann wäre die einzige Blaumach-Überlegung, ob ich damit vielleicht meinen Job gefährde.
In der Altenpflege ist die Fragestellung eine andere. Da geht es halt nicht darum, dass ein paar Bauarbeiter mal nicht ihre Schraubmuffen kaufen können, da da geht es, überspitzt gesagt um das Wohlergehen von Menschen. Gerade deshalb ist, glaube ich der Arbeitskampf im sozialen Bereich auf so schwierig.
Die Angestellten können ganz leicht öffentlich mit dem Vorwurf belastet werden, mit Streiks würden sie nur den Patienten schaden.

Es gibt es am 15.09. (20:00 - FAU-Lokal Straßburger Straße 38) eine Veranstaltung der FAU-Berlin zu den Möglichkeiten der Organisierung im Pflegebereich. Mal sehen ob die hält, was sie verspricht.
4.9.06 13:33


Heute wollten die mich alle gänzlich fertig machen.
Die erste Frau, bei der ich heute beschäftigt war begrüßte mich mit den Worten:
"Nee, hier in meinem Schrank ist alles durcheinander! Nur einzelne Socken. Da hatte ichs ja in Sachsenhausen besser!"

Um noch einen draufzusetzen rief mir der zweite Rentner - ein ehemaliger Koch der Volkspolizei - beim Betreten des Zimmers "Heil Hitler!" entgegen.

Der Rest des Tages verlief zum Glück weniger spannend. Oder es kam mir nur so vor. Nach vier Stunden Schlaf, war ich nicht wirklich aufnahmefähig.
Altenpfleger-Zombie-Action.
25.3.06 13:16





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